Ifriqiyya Electrique

Ifriqiyya Electrique bringen mit Rûwâhîne die Tiefe der tunesischen Wüste mit post-industriellen Klängen zusammen. Es handelt sich keinesfalls um „Weltmusik“ sondern vielmehr um einen wilden Prozess der Improvisation und Re-Komposition. Ifriqiyya Electrique ist nicht nur eine Band, sondern gleichermaßen auch ein Film- und Dokumentarprojekt. Die Musik kann in ihrer Gänze nur verstanden werden, wenn die Ereignisse, die zu ihrer Entstehung geführt haben im Kontext gesehen werden. In der Band und ihrem Klang vereinen sich Bass und Gitarre mit elektronischem Sound. Gegründet wurde die Band in der Djerid Wüste, im Süden Tunesiens. Geprägt wurde die Musik durch das Banga-Ritual, welches im Gegensatz zum Exorzismus die Aufnahme von Geistern bewirken soll. Die musikalische Tradition dieses Rituals zeichnet sich durch harte, metallisch klingende Perkussions und eindringlichen Stimmen aus. Dieses Zusammenklingen zwischen Gitarre, Bass, Elektronischem Klang und den Rhythmen und Gesängen des Banga-Rituals ist etwas völlig neues. Mit ihrer Musik wollen die Künstler ihre Sufri-Kultur musikalisch aufarbeiten und beschäftigen sich mit dem Vergessen von Traditionen. Die Musik entstand mit viel Schweiß, Tränen und Blut sagt der Gitarrist François Cambuzat, der ein Veteran des mediterranen Punks und des Avant-Rocks ist und damit entsprechend politisch beeinflusst. Rûwâhîne bietet dem Hörer ein einzigartiges Erlebnis in die Welt der Geisterbeschwörung in Kombination mit der musikalischen Darstellung einer Tradition einzutauchen und das ganze durch die Dokumentation auch visuell erfahren zu können. Die Aufnahmen sind eindrucksvoll und zeigen unter anderem wilde, ekstatische Versammlungen, die aber auch dem Uneingeweihten irgendwie vertraut vorkommen. Das Album ist ein besonderes Erlebnis für alle Hörer.

www.ifriqiyya-electrique.org